Eine ruhige Pause in der Nachtschicht: kurz aufs Handy schauen, noch einmal scrollen – und schon geht es zurück an die Arbeit. Ein Buch lesen oder etwas lernen klingt gut. Nur kann allein die Suche nach einem passenden Kurs die ganze Pause kosten.
Bereite lieber eine Idee für fünf Minuten, eine für fünfzehn Minuten und die Möglichkeit vor, einfach auszuruhen. Die Zeitangaben sind Beispiele für eine vorhandene Pause, keine Empfehlung zur Dauer betrieblicher Pausen.
Wenn es ruhig ist, hast du nicht automatisch Pause
Keine Anrufe oder Alarme bedeuten nicht, dass du frei hast. Beim Überwachen von Bildschirmen, Fahren, Bedienen von Anlagen oder Beobachten von Patienten bleibt die Aufmerksamkeit bei der Arbeit. Persönliche Beschäftigungen gehören in die dafür vorgesehene Pause. Für Handys und Kopfhörer gelten die Regeln deines Arbeitsplatzes.
Kannst du auch in der Pause zurückgerufen werden, wähle etwas, das du sofort weglegen kannst. Ein kurzer Text oder eine einzelne Übungsaufgabe lässt sich leichter unterbrechen als ein Livekurs oder ein Online-Match.
Fünf Minuten: eine kleine Sache abschließen
Fünf Minuten sind schnell mit Suchen verbracht. Nimm etwas, das schon bereitliegt:
- Drei fremdsprachige Ausdrücke wiederholen. Decke die Bedeutung ab, versuche dich zu erinnern und schreibe mit einem Ausdruck einen kurzen Satz. Eine neue App einzurichten kann warten.
- Einen überschaubaren Abschnitt lesen. Zwei Buchseiten oder ein Abschnitt aus einem gespeicherten Artikel reichen. Notiere einen Gedanken, den du behalten möchtest.
- Eine Kleinigkeit für den nächsten freien Tag vorbereiten. Schreibe drei Dinge für den Einkauf auf oder eine Frage an das Schwimmbad. Du musst jetzt noch nichts buchen.
- Einfach Pause machen. Das Display weglegen, ruhig sitzen oder im Pausenraum mit jemandem reden. Dabei muss kein vorzeigbares Ergebnis entstehen.
Wenn die Auswahl zu lange dauert: Nimm etwas Vorhandenes mit einem klaren Endpunkt.
Fünfzehn Minuten: etwas selbst ausprobieren
Wenn du Zeit hast und dich gut konzentrieren kannst, passt eine kleine Übung. Aus „Tabellenkalkulation lernen“ wird zum Beispiel: fünf erfundene Zahlen eingeben und ihre Summe berechnen. Verwende dafür eigene Beispieldaten, keine betrieblichen Unterlagen.
Beim Sprachenlernen kannst du einen kurzen Dialog lesen und zwei Sätze schreiben, die du selbst gebrauchen könntest. Für eine Prüfung bearbeitest du eine Aufgabe und schlägst einen unbekannten Begriff aus der Erklärung nach. Oder du zeichnest einen einzelnen Alltagsgegenstand, wenn dir das mehr Freude macht.
Du musst die Viertelstunde nicht ausfüllen. Notiere vor dem Aufhören etwa „Weiter mit Beispiel 2“. So musst du in der nächsten Pause nicht erst suchen, wo du stehen geblieben bist.
Dreißig Minuten: ein Abschnitt und Zeit zum Ausruhen
In einer ungestörten Pause ohne Arbeitsaufgaben ist vielleicht Platz für einen Teil eines Onlinekurses oder ein kurzes Kapitel. Entscheidend ist, ob du gut unterbrechen kannst – nicht, wie lang der gesamte Kurs ist.
Ein mögliches Beispiel: fünf Minuten ankommen, fünfzehn Minuten lesen oder üben, die letzten zehn Minuten für Ruhe, Zusammenpacken und Rückkehr freihalten. Das ist keine feste Aufteilung. Lernen muss nicht die ganze Pause belegen.
Wenn englische Materialien für dich passen, bietet die Open University kostenlose Kurse auf OpenLearn an. Schau zuerst auf Inhaltsverzeichnis und Schwierigkeitsgrad. Ein vorhandenes Buch oder ein frei zugänglicher Artikel genügt genauso zum Einstieg.
Ein kleiner Plan für drei Nachtschichten
Du möchtest beispielsweise ein paar Ausdrücke für eine Reise lernen:
- Erste passende Pause: drei Ausdrücke auswählen und ihre Bedeutung klären.
- Nächste passende Pause: ohne Nachsehen erinnern und zwei Sätze schreiben.
- Spätere Pause: den schwierigsten Ausdruck wiederholen und den nächsten Schritt auswählen.
Wenn eine Pause dafür ausfällt, machst du bei der nächsten Gelegenheit weiter. Du musst nach Feierabend nichts nachholen. Ein Plan für den Schichtdienst sollte sich nach Unterbrechungen leicht fortsetzen lassen.
Langeweile und Schläfrigkeit brauchen unterschiedliche Antworten
Verlierst du ständig die Zeile oder kannst du kaum die Augen offen halten, hilft es nicht, nach spannenderem Inhalt zu suchen. Beende die freiwillige Beschäftigung und halte dich an die betrieblichen Verfahren für Ruhepausen und das Melden von Ermüdung. NIOSH beschreibt, dass Ermüdung Aufmerksamkeit und Reaktionen beeinträchtigen kann.
Eine Pause darf auch ausschließlich der Ruhe dienen. Diese Liste ist keine zusätzliche Aufgabe.
Vier Zeilen für die nächste Schicht
Kopiere die Vorlage in eine Notiz oder auf einen kleinen Zettel:
Wenn ich fünf Minuten habe: __________
Wenn ich fünfzehn Minuten habe: __________
Wenn die Konzentration fehlt: ausruhen
Hier mache ich nächstes Mal weiter: __________
Ein Buch, ein gespeicherter Text oder ein Blatt mit Notizen reicht. Macht dir die gewählte Beschäftigung keinen Spaß, probierst du beim nächsten Mal etwas anderes. Auch deine Pause muss keine Leistung sein.
Quellen & weitere Informationen
Geprüft: 20. Okt. 2026

